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Empfohlenes Alter: 11 bis 14 Jahre

Das Zeitportal von Arken

Sci-Fi-Abenteuer mit drei Entscheidungen zwischen Forschung, Risiko und Verantwortung.

Erster Ort: Das Labor

Als der letzte Gong in der Schule verklingt, bleibst du mit Mina noch im Physiksaal, weil ihr beide die neue Energievitrine dokumentieren sollt. Hinter der Glasscheibe steht eine Maschine, die in keinem Inventar auftaucht: ein hoher Rahmen aus dunklem Metall, darin ein Ring aus gläsernen Segmenten, die bei jeder Berührung des Bodens kurz aufleuchten. Auf dem Tisch daneben liegt ein alter Umschlag mit dem Siegel der Stadt Arken und der Warnung: "Nur bei vollständiger Protokollierung aktivieren."

Mina hält das für theatrale Wissenschaftsgeschichte, aber in dem Moment springt das Display an. Zahlen rasen über den Bildschirm, Uhrzeiten aus mehreren Jahrhunderten blitzen auf, und eine synthetische Stimme meldet: "Resonanzfenster offen für 08 Minuten." Ihr habt weder Lehrkraft noch Sicherheitsdienst im Raum. Gleichzeitig kommt über das Schulnetz eine Störmeldung: Das gesamte Serverarchiv antwortet nicht mehr, seit die Maschine aktiv ist.

Auf dem Hauptpult erscheinen zwei stabile Zielpunkte und ein Diagnosemodus. Zielpunkt eins führt ins Stadtarchiv des Jahres 1926, wo Professor Arken als junger Forscher gearbeitet haben soll. Zielpunkt zwei führt ins Orbitallabor 2086, wo das Portal laut Legende perfektioniert wurde. Der Diagnosemodus würde das Portal nicht sofort öffnen, könnte euch aber erklären, wie gefährlich ein Sprung ist. Doch dafür bräuchtet ihr Zeit, und die zählt sichtbar herunter.

Du spürst, dass diese Entscheidung mehr ist als ein Abenteuer. Wenn ihr jetzt springt, könnt ihr vielleicht die Ursache des Serverausfalls lösen. Wenn ihr falsch wählt, könnt ihr die Situation verschlimmern oder euch in einer Zeit ohne Rückweg wiederfinden. Mina schaut dich mit leuchtenden Augen an und sagt, man müsse den Moment nutzen, bevor er weg ist. Du weißt: Was jetzt passiert, wird nicht nur eure Hausaufgaben, sondern vielleicht die ganze Stadt verändern.

Bevor du antwortest, prüfst du noch einmal das Umfeld. In einer Ecke summt ein alter Projektor, obwohl er gar nicht eingeschaltet sein dürfte. Auf der Leinwand erscheinen kurz Bilder der Stadt, aber mit kleinen Unterschieden: eine Brücke fehlt, ein Platz trägt einen anderen Namen, das Rathaus hat eine Uhr ohne Zeiger. Es sind keine klaren Visionen, eher Fragmente möglicher Zeitlinien. Mina fotografiert die Bilder, doch auf dem Handy sind später nur graue Flächen zu sehen. Das Portal scheint Informationen bewusst zu filtern. Du begreifst, dass ihr nicht einfach in die Vergangenheit oder Zukunft reist, sondern in ein System, das Entscheidungen bewertet. Genau deshalb wirkt die erste Wahl so schwer: Ihr entscheidet nicht nur über den Zielort, sondern darüber, welche Art von Wissen euch überhaupt zugänglich wird.

Wie geht es weiter?