Empfohlenes Alter: 10 bis 13 Jahre
Der Inselcode
Abenteuer auf einer Forschungsinsel mit Rätseln, Teamarbeit und drei Entscheidungen.
Erster Ort: Der Ankunftssteg
Das Versorgungsschiff schiebt sich bei rauem Morgenlicht an den Steg der Forschungsinsel Neru. Normalerweise herrscht hier geordneter Betrieb: Kisten mit Messgeräten, Probencontainer, kurze Funkmeldungen, dann beginnt der Arbeitstag. Heute ist alles anders. Kaum springst du an Land, fallen die Lampen im Hauptcamp aus, und im Kontrollturm ertönt nur noch ein kratzendes Notsignal mit drei Zahlen: 7-3-1.
Teamleiterin Aylin ruft alle zusammen. Das gezeitenbetriebene Energiesystem unter der Insel hat offenbar einen Fehler, und ohne Strom drohen nicht nur die Laborserver auszufallen, sondern auch die Kühlkammern mit empfindlichen Proben. Gleichzeitig zieht eine Front vom offenen Meer heran. Wenn der Sturm zuerst da ist, wird jede Reparatur schwieriger.
Du erhältst die ungewöhnliche Aufgabe, die erste Priorität festzulegen. Entweder ihr geht zum Kontrollturm und klärt den Code 7-3-1 mit den alten Protokollen. Oder ihr lauft direkt ins Gezeitenwerk und versucht, die Anlage manuell zu stabilisieren, bevor sie komplett verriegelt. Beide Wege sind plausibel, aber sie führen zu unterschiedlichen Risiken.
Du kennst die Insel gut genug, um zu wissen: Entscheidungen am Anfang sparen oder kosten später doppelt so viel Zeit. Aylin wartet auf dein Zeichen, das Team schaut dich an, und der Wind nimmt zu. Es ist der erste Entscheidungsort.
Noch während ihr die Ausrüstung verteilt, fällt dir auf, dass am Steg mehrere Sensorbojen aus der Nachtmessung fehlen. Das passiert sonst nie, weil die Bojen automatisch zurückgerufen werden. Vielleicht ist es nur ein Nebeneffekt des Stromausfalls, vielleicht aber ein Hinweis, dass die Störung schon früher begann als gedacht. Im Lagercontainer findest du eine Notiz vom Vortag: "Wenn die Reihenfolge kippt, wird die Insel selbst zum Rätsel." Niemand weiß, wer sie geschrieben hat. Aylin steckt die Notiz ein, sagt aber nur: "Erst stabilisieren, dann analysieren." Du spürst, dass unter dem technischen Problem eine zweite Ebene liegt: Jemand hat mit dem System gespielt oder es absichtlich fehlkonfiguriert. Umso wichtiger ist dein erster Schritt.